Private Equity-Fonds: Wann – für wen?

Private Equity–Fonds sind in. Es ist für Anleger verlockend und erscheint logisch und sinnvoll, risikoreiche Anlagen in kleinere Unternehmen, in Startups usw. zu bündeln und Experten zur Verwaltung zu übergeben. Nur wenige Investoren sind in der Lage, neben ihrem Hauptgeschäft bzw. ihrem Beruf  eine tiefgehende Recherche nach der anderen durchzuführen und sich so eine Meinung darüber zu bilden, welches Unternehmen Zukunftsaussichten hat oder nicht.

Hintergrund

Schließlich werden z. B. bei Unternehmensübernahmen bei größeren Unternehmen ganze Heerscharen von Fachleuten damit beschäftigt Bilanzen zu prüfen, Produktchancen zu analysieren, die handelnden Personen zu durchleuchten und für diese Prüfungen  werden dann viele Millionen ausgegeben. Es gibt kaum Gründe, warum der Prüfungsaufwand beim Erwerb kleinerer Unternehmen geringer sein soll.

Unternehmensübernahmen haben jedoch so gut wie nichts mit Private Equity zu tun. Wie der Name schon sagt, erwerben bei Private Equity Anleger Unternehmensbeteiligungen und zwar von solchen kleineren Unternehmen, die meist nicht börsennotiert sind und die oft noch nicht allzu lange bestehen und deshalb sehr hohe Risiken beinhalten. In den entsprechenden Fondsprospekten werden diese Risiken meist nicht verschwiegen. Private Anleger können sich dennoch für diese Angebote erwärmen, weil mit hohen Renditen geworben wird und das Risiko mit dem Argument der breiten Risikostreuung relativiert wird.

Welche Risiken?

Wie bei allen Formen geschlossener Fonds nehmen die Risikoangaben auch bei Private Equity-Fonds im Emissionsprospekt einen großen Raum ein. Fragt man Zeichner von solchen Fonds, warum sie trotz der vielen Risiken ihre Altersvorsorge einem solchen Fonds anvertraut haben, hört man oft das überraschende Argument: Gerade weil so viele Risiken im Prospekt genannt werden, vertrauen wir dieser Anlage, denn „die sind gerade deshalb vertrauenswürdig, denn die haben nichts zu verbergen“. Häufig werden die Prospekte jedoch nicht gelesen oder vom jeweiligen Vermittler erst gar nicht ausgehändigt. Private deutsche Anleger vertrauen gerne dem Berater und Vermittler und folgen seinen Empfehlungen relativ kritiklos.

Verlauf

Über die Entwicklung vieler Private Equity-Fonds wird in der Regel seitens der Fondsgesellschaften wenig berichtet und das Wenige ist für Privatanleger unverständlich und nicht wertbar. Es lohnt sich auch für Fachleute selten, die Jahresberichte zu lesen, zumal diese Fonds meist nach dem Dachfondsprinzip aufgebaut sind und es so vermeiden können, über den Erfolg oder Misserfolg der getätigten Investitionen berichten zu müssen. Die Folge ist eine Form der Intransparenz, die den Normal-Anleger und auch dessen Berater weitgehend uninformiert lässt.

Das lassen sich die Profis unter den Anlegern natürlich nicht bieten, was dazu geführt hat, dass es zwei weitgehend unterschiedliche Formen von Private Equity-Fonds gibt: Solche die sich an institutionelle Anleger bzw. Großanleger (Mindestzeichnung meist mehrere Millionen Euro) und solche, die sich an mittlere und kleinere private Anleger (Zeichnungsbeträge zwischen 10.000 und 100.000 Euro sowie Rateneinlagen ab 50 Euro) wenden. Funktioniert ein Fonds nicht, so ist das bei den betroffenen Normalanlegern meist eine Lebenskatastrophe. Bei den Großanlegern war dann dieser Fonds, der zudem sehr viel transparenter und seriöser „gestrickt“ ist, eine spekulative Beimischung zu einem großen Vermögen im meist niedrigen einstelligen Prozentbereich des Gesamtvermögens.

Fazit

Private Equity Fonds können gerade in Niedrigzinszeiten eine interessante Investitionsmöglichkeit für Großanleger und für Anleger, die das Risiko kennen, mit der Intransparenz leben können und sehr viel Vertrauen mitbringen, sein. Damit ist klar: Für die Altersvorsorge taugen sie nicht.

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