Geschlossene Immobilienfonds

Wer in einen Geschlossenen Immobilienfonds* investiert, ist in der Regel der Ansicht, dass er eine Immobilieninvestition tätigt. Das ist nur sehr bedingt korrekt, weil die Investition zunächst in eine Unternehmensbeteiligung erfolgt, die ihrerseits im Besitz von Immobilien ist oder bei der beabsichtigt ist, Immobilien zu erwerben.

In der Zeichnungs- bzw. Investitionsphase investiert der Anleger eher selten in eine Unternehmung, die Immobilien hält.  Meistens ist nicht einmal genau geklärt, welche Immobilien erworben werden sollen, weil in den letzten Jahren sog. Blindpools die Regel geworden sind, nachdem sie lange Jahre zuvor eher eine Ausnahme darstellten.

Die Bedingungen einer Investition in einen Geschlossenen Immobilienfonds* ähneln kaum den Bedingungen eines direkten Immobilienerwerbs. Die wichtigsten Unterschiede:

  • Eine einmal erworbene Immobilie kann auch wieder verkauft werden. Der Verkauf eines Geschlossenen Immobilienfonds ist zwar z. B. über den Zweitmarkt möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich, weil dort nur sporadisch Abschlüsse zustande kommen. Daraus folgt, dass direkt erworbene Immobilien wenigstens eingeschränkt fungibel sind, Geschlossene Immobilienfonds eher nicht.
  • Die Kündigung der Beteiligung an einem Geschlossenen Immobilienfonds kann sich , falls sie zum gewünschten Zeitpunkt überhaupt möglich ist, über Jahre hinziehen bis endlich Geld auf dem Konto des Anlegers eingeht. Dabei ist in diesem Fall die Wahrscheinlichkeit eines Vermögensverlusts nach aller Erfahrung weit höher als die eines Gewinns. Die Beteiligung an einem Geschlossenen Immobilienfonds* kann deshalb zu einer Ewigkeitsinvestition führen.
  • Geschlossene Immobilienfonds werden meist in der Form einer GmbH & Co. KG aufgelegt, werden also von Geschäftsführern geleitet. Die Mitwirkungsrechte der Beteiligten sind gering und die Berichterstattung über die Entwicklung der Beteiligung ist minimal und enthält in der Regel keine Angaben darüber, wie hoch der Wert der Beteiligung jeweils einzuschätzen ist. Auch die Fachkompetenz der Geschäftsführung ist selten klar ersichtlich.
  • Geeignet ist die Anlage in einem Geschlossenen Immobilienfonds* allenfalls für Anleger, die ein breit gestreutes und am besten mindestens siebenstelliges Vermögen besitzen. Nicht geeignet sind Geschlossene Immobilienfonds in fast allen Fällen für die Altersvorsorge. Vor Angeboten, bei denen ratierliche z. B. monatliche Einzahlungen möglich sind, sei gewarnt.

*Wir behalten in dieser Darstellung aus Gründen der Klarheit die Bezeichnung Geschlossener Immobilienfonds bei, obwohl aufgrund der zwischenzeitlich  erfolgten Regulierung teilweise andere Bezeichnungen, meist mit dem Zusatz AIF, verwendet werden.

Hinweis: Die Kurzbeurteilungen von Anlageformen unter „Themen“ richten sich durchgehend an Anleger mit geringer Anlageerfahrung. Soweit Fachdetails genannt werden, wurde nicht auf Vollständigkeit in Bezug auf die jeweilige Anlageform geachtet. Bewertungen sind Meinungsäußerungen der Deutsche Finanz Recherche GmbH.

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