Schiffsfonds

Bei Schiffsfonds investiert der Anleger in eine Schiffsfondsgesellschaft (GmbH & Co. KG), die ihrerseits in ein oder mehrere Schiffe investiert. Das Schiff/die Schiffe werden dann verchartert an Reedereien. Die Erlöse daraus sind sog. Charterraten.

Schiffsfonds waren von Anfang an steuerbegünstigte Anlagen. In den letzten rund zehn Jahren waren sie sogar die einzige Anlageklasse im Bereich der Geschlossenen Fonds, die einen nennenswerten  Steuervorteil (Tonnagesteuer) bot. Diese steuerliche Sonderstellung führte dazu, dass deutschen Anlegern zuletzt ein erheblicher Anteil (viele Experten rechnen mit mehr als 50 %)  der weltweiten Schiffstonnage, insbesondere im Bereich der Containerschifffahrt, über Schifffonds gehörte.

Das führte dann zu einem Überangebot an Schiffstonnage mit der der Folge extrem fallender Charterraten. Aktuelle Charterraten betragen derzeit, je nach Spezifizierung,  teilweise nur noch ein Zehntel der höchsten in den letzten 15 Jahren erzielten Charterraten.

Aktuell befinden sich fast alle Schiffsfonds in massiven wirtschaftlichen Problemen. Hunderte  sind bereits insolvent. Die Lage ist derzeit so, dass kaum ein Anleger in Schiffsfonds mit einem nennenswerten Rückfluss rechnen kann. In einer Vielzahl von Fällen erscheint die Insolvenz unausweichlich. Die betroffenen Anleger müssen dann häufig neben dem Totalverlust Ihrer Einlage damit rechnen, dass der Insolvenzverwalter früher erfolgte  Ausschüttungen ganz oder teilweise zurückfordert.

Der Gesamtschaden der Schiffsfonds steht noch nicht fest. Ein dreistelliger Milliarden-Euro-Betrag bei wahrscheinlich an die 100.000 Anlegern, vorwiegend aus dem Mittelstand, erscheint derzeit wahrscheinlich.

Hinweis: Die Kurzbeurteilungen von Anlageformen unter „Themen“ richten sich durchgehend an Anleger mit geringer Anlageerfahrung. Soweit Fachdetails genannt werden, wurde nicht auf Vollständigkeit in Bezug auf die jeweilige Anlageform geachtet. Bewertungen sind Meinungsäußerungen der Deutsche Finanz Recherche GmbH.