FAQ zu ETFs

ETFs sind ein hochkomplexes Anlageprodukt. Im ETF muss ein Index möglichst genau nachgebildet werden. Dazu werden bei einem Aktienindex oft nicht Aktien erworben, sondern sog. Derivate, meist in Form von Schuldtiteln z. B.  sog. Swaps. Auch wenn so mancher Fachbegriff in Zusammenhang mit ETFs komplex klingt, ob ein ETF z. B. Voll-replizierend, Teil-replizierend oder Swap-basiert ist, berührt direkt die Interessen des Anlegers.

In welche ETFs soll ich investieren?

Nur in solche, die Sie nach reiflicher Überlegung und Beschäftigung mit den Bedingungen von ETFs für Ihren Zweck als geeignet ansehen.

Wer hilft mir bei der Auswahl und Verwaltung der ETFs?

Nur Fachleute helfen wirklich weiter, denn die ETFs sind eine komplexe Anlageform mit vielen überraschenden Gestaltungselementen. Beispiel: Wissen Sie eigentlich, dass Sie bei ETFs nicht in die angeblich zugrundeliegenden Wertpapiere usw. investieren, sondern in eine Art Anleihe. Letztendlich sind Sie Gläubiger des Emittenten von ETFs. Sie sind darauf angewiesen, dass Ihr Schuldner weiter existiert. Das ist übrigens der größte Unterschied zu Publikumsfonds, bei denen eine direkte Zuordnung der Anleger zu den Vermögenswerten des Fonds über das gesetzlich verankerte Konstrukt Sondervermögen besteht.

Kennen Sie den Unterschied zwischen ETFs die „voll-replizierend“, „teil-replizierend“ oder „Swap-basiert“ sind?

Falls Sie den Unterschied und die Folgen für Sie daraus nicht kennen, ist das ein weiterer Grund dafür, sich bei ETF-Anlagen zuvor von Fachleuten beraten zu lassen.

Kennen Sie den Begriff „Klumpenrisiko“ und die Folgen für Sie daraus?

Gerade die in Deutschland besonders beliebten ETFs haben ein erhebliches Klumpenrisiko. Das kann im Krisenfall verheerende Folgen für Sie haben.

Sind ETFs wirklich kostengünstiger im Vergleich zu „normalen“ (Publikumsfonds) Investmentfonds?

Kostengünstiger sind ETFs vor allem dann, wenn Sie, als unerfahrener Anleger, sich bei der Auswahl und Verwaltung/Überwachung Ihrer ETFs sich nur auf sich selbst verlassen und deshalb in der Regel nach dem Impulskauf neue Entwicklungen nicht zum Anlass von Veränderungen nehmen. Das häufig pauschal verwendete Kostenargument ist eine ärgerliche Verkürzung und führt zwangsläufig zu falschen Anlageentscheidungen

Welche Risiken bestehen bei ETFs?

Die Risiken von ETFs bestehen zum Einen aus den Risiken der dem ETF zugrundeliegenden Anlagen (Aktien, Anleihen usw.) zum anderen aus den konstruktionsbedingten Risiken (z. B. Abhängigkeit vom Emittenten, Risken aus dem automatisierten Abwicklung des Anpassungsprozesses an den jeweiligen Index).

Sind ETFs für die Anlage von Rücklagen für die Altersvorsorge geeignet? Wenn ja welche ETFs?

ETFs sind vor allen Dingen dann für die Altersvorsorgeanlage geeignet, wenn ein Fachmann mit deren Verwaltung beauftragt ist. Wenn das nicht der Fall ist, dann sind ETFs für die Altersvorsorge nicht geeignet.
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